Suche
Close this search box.

Teilen :

Jetzt bestellen:

Legenden und Genüsse von Sorbo

Der Sorbo degli uccellatori ist ein hübscher kleiner Baum mit langen Blättern und rötlichen Beeren, der im italienischen Sprachraum fast immer Sorbo genannt wird, gefolgt von der Variante ‘dei cacciatori’ oder ‘degli uccellatori’. Seine roten Traubenfrüchte werden von vielen Vogelarten bevorzugt, die von Jägern mit dem Baum als Köder gefangen wurden. Daher der Name lateinischen Ursprungs Aucuparia, abgeleitet von dem Verb aucupare”, was Vögel fangen bedeutet.

Die Eberesche in den nördlichen Ländern und die Legende der Rune

In den angelsächsischen und nordeuropäischen Ländern hingegen erinnert der Name an das Geheimnis alter, in der Zeit verlorener Traditionen. Für die Engländer ist die Eberesche nicht so sehr als Mountain Ash bekannt. Häufiger genannt Rowan. Und Rowan hat mit dem – diesmal in Skandinavien verwendeten – Begriff Rogn die Etymologie gemeinsam, die an das altnordische rūnar erinnert, wasGeheimschrift” bedeutet. Die Rune. Die Rune, die in magischen und religiösen Ritualen der alten Germanen verwendet wurde, war eine aus grafischen, alphabetischen und symbolischen Zeichen bestehende Schrift, die in das Holz des Sorbus eingraviert wurde. Hier verfassten die Druiden ihre magischen Formeln, und im Laufe der Zeit erhielt die Eberesche einen so positiven Ruf, dass jeder, der sich vor Hexen und Werwölfen fürchtete, nicht vergaß, ihr Holz und ihre roten Beeren bereitzuhalten.

Der Vogelbeerbaum heute, Zierbaum und Toast für Jäger

Heute ist der Sorbo degli Uccellatori mit seinem schlanken Stamm und seiner leuchtend roten Herbstfärbung in voralpinen und alpinen Gebieten weit verbreitet, wo er bis zu einer Höhe von 2400 Metern wächst und häufig als Zierpflanze für Parks und Gärten verwendet wird.

Doch auch in unromantischen Zeiten wie den unseren bewahrt der Sorbus etwas von seinem geheimnisvollen Charme. Nach österreichischer Tradition wird aus den Früchten ein feiner und hocharomatischerBranntwein destilliert, der auch heute noch von Jägern im gesamten Alpenraum für das festliche Ritual nach der Hirschjagd verwendet wird.

Der Temelin der Weinkellerei Boldini

In Monticello, Graubünden, hat das Weingut Boldini an diese Tradition an und kreierte den Temelinein Destillat mit aromatischen und harmonischen Noten, das schon beim Öffnen der Flasche alpine Düfte freisetzt. Die Sorbusfrucht liefert wie die Himbeere nur wenig Alkohol, weshalb man mehrere Kilo Früchte benötigt, um einige Liter Destillat zu gewinnen. Temelin ist das Ergebnis einer streng handwerklichen Destillation im Wasserbad und einer manuellen Abfüllung. Ein echter Leckerbissen, den man zusammen mit seiner Legende auf den Tisch bringen kann!